Die Unterschiede Zwischen den Verschiedenen Arten von Rennrad-Laufrädern [Einkaufsführer Rennrad-Laufräder]
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Die Unterschiede Zwischen den Verschiedenen Arten von Rennrad-Laufrädern [Einkaufsführer Rennrad-Laufräder]

31 März 2022

Laufräder sind eines der besten Upgrades, die man seinem Rennrad geben kann. Viele Fahrräder werden standardmäßig mit weniger guten Laufrädern ausgestattet. Hersteller machen das, damit der Verkaufspreis nicht zu noch wird, aber im Grunde ist das sehr schade. Die Eigenschaften des Rahmens werden dann nämlich durch die falschen Laufräder teilweise zunichte gemacht. Wenn man aber weiß, dass die Laufräder ein Upgrade benötigen, worauf sollte man dann achten? In diesem Einkaufsführer zum Thema Rennrad-Laufräder erklärt Martin, was die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten und Typen von Rennrad-Laufrädern sind.

Ein Rennrad-Laufrad ist für den Laien vielleicht nicht mehr als eine Felge, ein paar Speichen und eine Nabe. Hinter einem Rennrad-Laufrad steckt heutzutage allerdings eine Menge Forschung und Technik.

Einkaufsführer Rennrad-Laufräder - Schöne Rennrad-Laufräder können deinem ganzen Rad eine bessere Optik geben.
Einkaufsführer Rennrad-Laufräder - Schöne Rennrad-Laufräder können deinem ganzen Rad eine bessere Optik geben.

Laufradhersteller sind immer beschäftigt die optimale Leistung aus einem Laufrad herauszuholen. Das machen sie beispielsweise, indem sie die Laufräder in der Felgenbreite, in der Höhe, im Gewicht und in der Tubeless-Fähigkeit variieren lassen.

Auch die Materialwahl ist sehr wichtig. Man muss sich zum Beispiel zwischen Carbon und Aluminium, oder einer Mischung daraus entscheiden. Und schließlich muss man außerdem eine Wahl zwischen verschiedenen Typen von Bremsen treffen. Entscheidet man sich dann für Scheibenbremsen, oder doch für die herkömmlichen Felgenbremsen?

Welche Vorteile bietet ein breites Felgenprofil?

Zuerst konzentrieren wir uns auf die Felgenbreite. Bei Rennrad-Laufrädern ist nämlich ein unumkehrbarer Trend in Richtung Felgen mit einem breiten Profil zu erkennen. Aber was sind dann die Vorteile einer breiten Felge? Darüber können wir uns kurz fassen: Eine Felge mit einem breiten Profil ermöglicht einen breiteren Reifen. Und das hat wieder einige weitere Vorteile.

Eine breitere Felge kann für einen aerodynamischen Vorteil sorgen.
Eine breitere Felge kann für einen aerodynamischen Vorteil sorgen.

Zum Beispiel ist der Rollwiderstand eines breiteren Reifens geringer als der eines schmalen Reifens. Auch die Aerodynamik ist besser, weil der Reifen besser auf den breiteren aerodynamischen Felgen sitzt.
Was auch wichtig ist, ist, dass der Komfort erhöht wird. Denn breite Reifen lassen sich mit einem niedrigeren Reifendruck fahren, ohne dabei an Rollwiderstand einzubüßen.

Wie breit ist die Felge eines Rennrad-Laufrads?

Um dir eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie schnell es geht. Früher war 13 mm üblich. Dann wurde das 15 mm. Heute ist aber eine interne Felgenbreite von 17 mm der Standard. 17mm wird betrachtet als die ideale Breite für einen 25mm Reifen.

Auf einer breiten Felge liegt ein Reifen sehr aerodynamisch.
Auf einer breiten Felge liegt ein Reifen sehr aerodynamisch.

Es gibt sogar Marken, die Felgen mit einem noch breiteren Profil haben. Rennrad-Laufräder mit einer Breite von 19 oder 21 mm sieht man auch immer mehr. Diese breiten Felgen eignen sich hervorragend für Reifen mit einer Breite von 28 oder 32 mm, welche für noch mehr Grip und Komfort sorgen.

Eine interessante Tatsache ist, dass ein 28mm Reifen bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit schneller als ein 25mm Reifen ist. Das liegt daran, dass der Rollwiderstand geringer ist. Bei hoher Geschwindigkeit allerdings, ist der 25mm Reifen schneller, weil dieser etwas schmaler ist.

Ein Nachteil von breiten Reifen ist, dass diese nicht in alle Fahrräder passen. Besonders alte Fahrräder haben bei den Bremsen oder beim Rahmen nicht genug Platz für einen 25mm oder 28mm Rennradreifen.

Welche Felgenhöhe brauche ich?

Felgenhöhe und Aerodynamik sind untrennbar miteinander verbunden. Eine hohe Felge leiten die Luftströme nämlich besser und sorgt somit automatisch für einen geringeren Luftwiderstand.

Eine halbhohe Felge, wie diese 32mm, gibt einen aerodynamischen Vorteil, ist aber auch leicht.
Eine halbhohe Felge, wie diese 32mm, gibt einen aerodynamischen Vorteil, ist aber auch leicht.

Je nach der Felgenform, der Felgenhöhe und den verwendeten Techniken, kann das einen großen Zeitgewinn bringen. Laufräder mit einer hohen Felge sind generell allerdings etwas windempfindlicher. Zudem sorgt das zusätzliche Material dafür, dass die Laufräder schwerer werden.

Für den täglichen Gebrauch ist eine Felgenhöhe von 33 bis 45 mm eigentlich ideal. Mit dieser Höhe hat man nämlich schon einen ziemlich großen aerodynamischen Vorteil gegenüber einer Felge mit einem niedrigen Profil. Das Gewicht bleibt aber akzeptabel und auch die Windempfindlichkeit enttäuscht nicht.

Höhere Felge ist aerodynamischer

Möchtest du einen großen aerodynamischen Vorteil? Dann solltest du dich für eine höhere Felge entscheiden. Der Nachteil dieser Laufräder ist allerdings, dass sie durch die Höhe auch empfindlicher für starken Seitenwind sind.

Die Grübchen auf den Zipp-Laufrädern sorgen dafür, dass man besser durch den Wind schneidet.
Die Grübchen auf den Zipp-Laufrädern sorgen dafür, dass man besser durch den Wind schneidet.

Bestimmte Techniken sorgen aber dafür, dass diese Windempfindlichkeit verringert wird. Zipp hat zum Beispiel die bekannten Grübchen auf der Felge. Die sorgen dafür, dass eine Schicht turbulenter Luft rund um die Felge entsteht, die wieder dafür sorgt, dass der Gesamtluftwiderstand geringer ist. Die Laufräder werden somit weniger windempfindlich.

Wie wichtig ist das Gewicht eines Rennrad-Laufrads?

Gewicht ist ein wichtiger Faktor bei Laufrädern. Laufräder mit einem geringen Gewicht beschleunigen spürbar besser und lassen sich leicht lenken. Und natürlich fährt es sich ein Stück leichter in den Bergen. Übrigens gilt das Gleiche für sehr steife Laufräder. Vor allem eine gute Kombination aus Gewicht und Steifigkeit ist deshalb unerlässlich.

Eine niedrige Felge mit einem niedrigen Gewicht. Ideal für Bergfahrer.
Eine niedrige Felge mit einem niedrigen Gewicht. Ideal für Bergfahrer.

Manche Laufräder für Schlauchreifen haben ein Gewicht von nur 1200 Gramm. Das ist sehr wenig. Rennrad-Laufräder für Drahtreifen verwenden mehr Material, weil Felgenränder nötig sind, um diesen Reifen in Position zu halten.

Für Drahtreifen-Laufräder mit einer niedrigen oder halbhohen Felge ist ein Gewicht von etwa 1400 oder 1500 Gramm sehr ordentlich. Laufräder mit einer höheren Felge wiegen oft etwa 1600 Gramm.

Warum würde ich mich für Tubeless-Rennradlaufräder entscheiden?

Aus dem Mountainbiken ist das Tubeless (schlauchlos) fahren übernommen worden. Einer der großen Vorteile von Tubeless-Reifen ist, dass man auch mit einem Platten weiterfahren kann.

Das Tubeless-Felgenband liegt schon in diesen DT Swiss-Felgen.
Das Tubeless-Felgenband liegt schon in diesen DT Swiss-Felgen.

Indem man eine spezielle Latex-Flüssigkeit im Reifen anbringt, werden kleine Löcher nämlich automatisch abgedichtet. Das liegt daran, dass sich im Latex Körner befinden, die bei einer Reifenpanne sofort ins Loch gesogen werden. Durch die Anhäufung der Körner wird das Loch abgedichtet. So können Löcher bis zu einem Durchmesser von 3 mm abgedichtet werden.

Das Felgenband sorgt für eine luftdichte Abdichtung.
Das Felgenband sorgt für eine luftdichte Abdichtung.

Darüber hinaus ist der Rollwiderstand von Tubeless-Reifen geringer, da kein Schlauch verwendet wird, und somit auch dessen Gewicht eingespart wird.

Nicht alle Laufräder können Tubeless gefahren werden. Man braucht sowieso Tubeless-(luftdichtes) Felgenband. Daneben muss die Felge einen hochstehenden Rand im Felgenbett haben, auf dem der Reifen sitzen bleibt, auch mit geringem Reifendruck. Selbstverständlich haben wir einen ausführlichen Blog zum Thema Tubeless fahren.

Was ist der Unterschied zwischen Carbon-Laufrädern und Aluminium-Laufrädern?

Laufräder werden heutzutage vor allem aus Aluminium, oder Carbon hergestellt. Laufräder aus Aluminium sind vor allem einfacher herzustellen, da die entsprechenden Verfahren bereits seit langer Zeit bestehen. Daher findet man unter den Einsteiger-Laufrädern auch meist Laufräder aus Aluminium.

Die Herstellung von Carbon-Rädern ist hingegen ein wenig komplexer. Daher sind Carbon-Räder auch häufiger im mittleren bis oberen Preis-Segment angesiedelt. Der größte Vorteil von Carbon-Rädern ist ihr geringes Gewicht, verglichen mit Aluiminum-Rädern.

Dank Carbon ist es wesentlich einfacher geworden hohe Felgen zu bauen, die dennoch mit einem geringen Gewicht punkten können. Daher sieht man bei hohen Felgen vor allem Carbon, anstelle von Aluminium.

Welche Unterschiede gibt es bei den Bremsoberflächen?

Laufräder gibt es mit unterschiedlichen Bremsflanken. Die meisten sind allerdings mit einer Bremsflanke aus Aluminium ausgestattet. Das kommt vor allem durch die guten Bremseigenschaften von Aluminium, im Vergleich zu Carbon. Besonders im Regen ist der Unterschied zwischen den beiden Materialien gewaltig.

Die einzigartige Plasma Electrolytic Oxidation (PEO) Bremsfläche eines Campagnolo Laufrads.
Die einzigartige Plasma Electrolytic Oxidation (PEO) Bremsfläche eines Campagnolo Laufrads.

Einige Hersteller sind noch einen Schritt weiter gegangen und haben eine spezielle Bremsflanke entwickelt. Zu solchen Eigenkreationen zählen unter anderem Mavics Exalith Bremsflanken, Fulcrums (und Campagnolos) Plasma Electrolytic Oxidation (PEO) Prozess oder DT Swiss's OXiC Bremsflächen. Diese speziellen Entwicklungen verbessern in der Regel das Bremsverhalten bei Unwetter.

Der Bremsrand dieser Zipp-Laufräder ist besonders gut zu sehen.
Der Bremsrand dieser Zipp-Laufräder ist besonders gut zu sehen.

Die meisten High-End-Laufräder bestehen vollständig aus Carbon. Das ermöglicht einen aerodynamischen Übergang vom Felgenrand zur Felge hin und verringert das Gewicht noch weiter.

Aber obwohl das Bremsverhalten von Carbon-Rädern in den letzten Jahren immer besser geworden ist, muss man noch immer damit rechnen, dass Aluminium-Bremsflanken einen klaren Vorteil gegenüber solchen aus Carbon haben.

Wann sollte man sich für Scheibenbremsen auf dem Rennrad entscheiden?

Das aufkommen von Scheibenbremsen sorgt dafür, dass Bremsflanken nicht mehr zwingend notwendig sind. Wir bei Mantel sehen darin eine logische Weiterentwicklung im Rennradsport, da die Bremsflanken auf den Felgen ohnehin nur eine vorübergehende Lösung gewesen ist.

Dank Scheibenbremsen sind keine Bremsflanken mehr nötig.
Dank Scheibenbremsen sind keine Bremsflanken mehr nötig.

Egal wie gut Bremsflanken in Zukunft werden und wie viel Geld in die Forschung fließen wird, die Bremsleistung von Scheibenbremsen werden Bremsflanken nicht erreichen können. Scheibenbremsen sorgen auch für einen geringeren Verschleiß am Laufrad, da die Bremsfläche unabhängig von der Felge verschleißen kann.

Daher werden Carbon-Räder mit Scheibenbremsen länger haltbar sein. Wenn die Scheibenbremsen im Rennradsport Einzug gehalten haben, wird es richtig interessant, sich einen Laufradsatz aus Carbon zuzulegen.

Welche Art von Rennrad-Laufrad passt zu mir?

Die größten Unterschiede zwischen den Laufrädern liegen in drei Faktoren: Felgenhöhe, Gewicht und Preis.

32mm hohe Corima Laufrad
32mm hohe Corima Laufrad

Da es komplizierter Fertigungsverfahren und teuren Materialien bedarf um das Gewicht von Laufrädern zu senken, sind leichtere Laufräder auch generell teurer. Das gleiche gilt auch für Räder mit einer hohen Felge und ganz besonders dann, wenn diese auch noch wenig wiegen.
Kurz gesagt: je geringer das Gewicht, oder je höher die Felge, desto höher ist auch der Preis des Laufrads. Eigentlich kann ein Fahrrad also auf maximal zwei von den drei Gebieten gut abschneiden.

Unsere eigenen Mantel Carbon Laufräder. Auf dem Bild ist die hohe Variante zu sehen.
Unsere eigenen Mantel Carbon Laufräder. Auf dem Bild ist die hohe Variante zu sehen.

Hier in Deutschland kommt es ganz auf die Umgebung an, wer im Norden wohnt und vor allem große Flächen kennt, der ist mit einer schwereren hohen Felge besser beraten, als mit einer niedrigen flachen, die eine schlechtere Aerodynamik aufweist. Wer allerdings in einer etwas hügeligen Umgebung wohnt, der sollte besonders auf das Gewicht achten, da es zu einem wichtigen Faktor wird, während des Aufstiegs.

Das gleiche Gilt auch für Wettrennen. Wenn es über hügliges Terrain geht, dann sind leichtere Laufräder immer vorzuziehen.

Die Qual der Wahl!
Die Qual der Wahl!

Der vielleicht beste Kompromiss in diesem Bereich sind die Laufräder mit einer mittelhohen Felge zwischen 33 und 45 mm. Diese Laufräder haben sowohl einen aerodynamischen Vorteil, als auch ein geringes Gewicht. Besonders Carbon-Räder glänzen in diesem Segment.

Im folgenden stellen wir einige Hieronder een paar der besten Laufräder vor, die in einer oder mehreren Kategorien Spitzenwerte liefern. Wenn du dich immer noch nicht entscheiden kannst, kann dir unsere Kaufhilfe die Auswahl ein wenig vereinfachen.

Rennrad-Laufräder Einkaufsführer - Tips von Martin

Leichte Rennrad-Laufräder mit einer niedrigen Felge

Campagnolo Zonda

383,50 €

Rennrad-Laufräder mit einer hohen Felge und relativ hohem Gewicht.

Rennrad-Laufräder mit einer hohen Felge und niedrigem Gewicht.

Rennrad-Laufräder mit Scheibenbremsen

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Mees Janssen

Mees Janssen

"In meiner Freizeit beschäftige ich mich viel mit allem, was mit dem Fahrrad zu tun hat. Dass ich das auch während der Arbeit tun kann, macht es noch besser. Da ich in Arnheim wohne, fahre ich gerne in meinem „Hinterhof“ (de Posbank) mit meinem Rennrad oder Mountainbike. Ich fahre nicht nur selbst Rad, sondern schaue mir auch gerne Profiradrennen im Fernsehen an. Im Sommer macht mein Fernseher Überstunden, denn ich verfolge gerne alle großen Radrennen wie den Giro, die Tour de France und die Vuelta. Als der Giro d'Italia 2016 durch Arnheim führte, war ich natürlich begeistert! "

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