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DT Swiss ERC 1100 Dicut Review – Lachend Durch den Gegenwind! [Review]

Einer der Vorteile als Mitarbeiter von Mantel ist, dass man ab und zu neues Material testen darf. Dieses Mal war ich der glückliche, der für die DT Swiss ERC 1100 Dicut Review mit den nagelneuen DT Swiss Scheibenbremsen-Laufrädern fürs Rennrad fahren durfte. Ich bin mit meinem Giant Defy Advanced 1 noch einer von wenigen bei Mantel, die ein Rennrad mit Scheibenbremsen haben, und das hat dann so seine Vorteile.

Schon das Auspacken der Laufräder macht Spaß. Ein langweiliger Karton, wie immer bei Laufrädern, aber der erste Eindruck der Laufräder gleicht das aus. Sie sehen schön aus und – falls dir das wichtig ist – haben eine schöne mattschwarze Oberfläche. Die Laufräder sind, wenn du mich fragst, ein echter Augenschmaus.

Der erste Blick auf die DT Swiss ERC 1100 Dicut in meinem Rad hat mich direkt begeistert...
Der erste Blick auf die DT Swiss ERC 1100 Dicut in meinem Rad hat mich direkt begeistert…

Die Typnummer, ERC 1100 Dicut, steht in subtil glänzendem Schwarz auf den ansonsten mattschwarzen Felgen. Nur das DT Swiss Logo ist auffällig in weiß, aber nicht groß, und es ist auch nur an einer Stelle. Mit diesen Laufrädern wollte ich gerne ein paar Wochen lang unterwegs sein. Top-Laufräder, ohne krampfhaft auffälliges Design, das bei anderen Herstellern schon mal vorkommt.

DT Swiss ERC 1100 Dicut Review - Die Speichen sind an den Enden rund und in der Mitte abgeflacht für bessere Aerodynamik.
Die Speichen sind an den Enden rund und in der Mitte abgeflacht für bessere Aerodynamik.

Die Speichen haben runde Enden, aber sind zum größten Teil abgeflacht. Das sorgt auch für eine luxuriöse Ausstrahlung.

Reifen montieren – Tubeless Ready

Ich hatte noch ein Set nagelneue Grand Prix SII zuhause, und die waren schnell montiert. Ich habe mich bewusst entschieden, die gleichen Reifen zu nutzen, mit denen ich schon Jahre fahre, um den Unterschied zu den Standard-Laufrädern auf meinem Giant Defy Advanced 1 fühlen zu können.

Auch wer gerne Tubeless unterwegs sein will, braucht sich keine Sorgen zu machen: die Laufräder sind Tubeless Ready. Ich bin auch einige Wochen mit den neuen Hutchinson Tubeless Reifen gefahren, aber auf die Review musst du noch ein bißchen warten.

Bremsscheiben mit Center Lock

Ich wollte eigentlich meine Bremsscheiben einfach ummontieren, aber leider haben die DT Swiss Laufräder eine Center Lock-Aufnahme und keine 6-Loch-Aufnahme. Kein Problem mit einem Lager voller Fahrradteile um die Ecke. Bei einem neuen Set Laufräder gibt es auch einen Adapter dazu, es ist also kein großes Problem.

Für den Test habe ich etwas günstigere Bremsscheiben genommen, aber mit so schönen Laufrädern sollte man eigentlich auch qualitativ hochwertige Bremsscheiben wählen.

Selbst mit relativ günstigen Bremsscheiben sehen die Laufräder toll aus.
Selbst mit relativ günstigen Bremsscheiben sehen die Laufräder toll aus.

Bei einem Quick Release Verschluss musst du Centerlock-Bremsscheiben mit deinem Kassettenschlüssel festdrehen. Aber bei 15mm Steckachsen, so wie bei diesen DT Swiss Rennrad-Laufrädern, brauchst du einen Innenlagerschlüssel. Den musst du also zuhause haben. Aber wenn du Rennrad-Laufräder in dieser Preisklasse suchst, hast du den Schlüssel wahrscheinlich auch schon.

Die Montage von sowohl Reifen als auch Bremsscheiben ging also schnell und einfach. Eben die Laufräder ins Rennrad einsetzen, und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Ich bin zwar nicht sehr viel gewohnt, aber das sah schon sehr gut aus.

Die ersten Kilometer

Zeit für die erste Fahrt. Meine tägliche Pendelstrecke zur Arbeit ist 25km einfache Strecke. Ich konnte also mit einer überschaubaren Strecke zum Kennenlernen anfangen. Und schon nach den ersten Metern war ich beeindruckt.

Ich hatte das Gefühl, einen besseren Kontakt zur Straße zu haben, und vor allem in den Kurven fühlte sich mein Rennrad deutlich stabiler an. Und das war nur das erste Stück in der Stadt! Zeit für ein ordentliches Stück flachen Asphalt ohne Ampeln.

Die hohen Felgen sorgen bei über 30 km/h für ein sehr angenehmes Rauschen.
Die hohen Felgen sorgen bei über 30 km/h für ein sehr angenehmes Rauschen.

Von Arnheim fuhr ich auf den Radschnellweg Richtung Nimwegen, und da fing der Spass erst richtig an. Selbst mit Gegenwind fuhr ich mühelos 35 km/h. Und bei über 30 km/h fingen die Felgen auch an, herrlisch zu rauschen, vor allem bei etwas schärferen Kurven.

Dieses Rausch-Geräusch ist alles andere als zurückhaltend. Ich merkte, dass einige Menschen, an denen ich vorbeiflog, mich schon lange vor dem Überholen hören konnten. Dann braucht man auch nicht mehr zu klingeln…

Aber während das Rauschen bei höherer Geschwindigkeit sehr angenehm klang und mich motivierte, schneller zu fahren, gab es bei Geräuschen auch noch einen Nachteil.

Lauter Freilauf mit wenig Leerweg

Der Freilauf rattert nämlich wirklich sehr laut. Das ist bei DT Swiss Naben eigentlich schon normal. Ich fand es selber etwas zu laut, aber das ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich.

Mit dem sehr geringen Leerweg trittst du nie ins Leere, wenn du die Beine mal kurz ausgeruht hast.
Mit dem sehr geringen Leerweg trittst du nie ins Leere, wenn du die Beine mal kurz ausgeruht hast.

Was ich eigentlich erst gemerkt habe, als ich wieder mit meinen eigenen Laufrädern unterwegs war, ist der extrem kurze Leerweg der DT Swiss ERC 1100 Dicut. Bei meinen eigenen Laufrädern hatte ich auf einmal das Gefühl, ins Leere zu treten, bevor meine Trittbewegung aufs Laufrad übertragen wurde.

In den Gegenwind!

In den folgenden Wochen habe ich mehrere kurze und längere Fahrten gemacht. Was mir dabei vor allem auffiel, war, dass ich bei Gegenwind viel einfacher hohe Geschwindigkeiten halten konnte. Auch bergab waren die Unterschiede deutlich.

Die Laufräder und mein Rad waren farbtechnisch wie füreinander gemacht.
Die Laufräder und mein Rad waren farbtechnisch wie füreinander gemacht.

Mit 47mm sind die Felgen nicht besonders hoch, aber bei den ersten Fahrten musste ich mich vor allem in Kurven erstmal an den Wind gewöhnen. Ein unerwarteter Windstoß von der Seite, während ich gerade durch eine Kurve fuhr, hat mich ab und zu schon mal erschrecken können.

Nach ein paar hundert Kilometern habe ich mich da aber dran gewöhnt. Es ist aber trotzdem etwas, worauf man – vor allem bei den ersten Fahrten mit hohen Felgen – achten muss. Am Anfang also Hände an den Lenker.

Weniger Unebenheiten

Noch etwas, das mir erst auffiel, nachdem ich die Test-Laufräder zurückgegeben habe, ist, dass die DT Swiss Laufräder ein deutlich ebenmäßigeres Fahrgefühl geben. Kleine Unregelmäßigkeiten schlucken die Laufräder einfach, und selbst größere Unebenheiten fühlen sich nicht mehr so hart an.

Dieses Gefühl kommt nicht nur durch das Carbon, sondern auch durch die Innenbreite der Felgen, die mit 21mm ziemlich breit sind. Das sieht schön solide aus und sorgt dafür, dass die Reifen, die ich auf den Felgen montiert habe, sich schön wölben.

Tubeless fahren ist auch kein Problem. Das Felgenband wird von DT Swiss gleich mitgeliefert.
Tubeless fahren ist auch kein Problem. Das Felgenband wird von DT Swiss gleich mitgeliefert.

Während ich bei meinen eigenen Laufrädern wirklich jeden Stein fühle, war das beim Fahren mit den Test-Laufrädern viel weniger deutlich. Statt eines großen Stoßes fangen die Laufräder den größten Schlag auf, so dass alles sich etwas angenehmer und ruhiger anfühlt.

Ich habe die DT Swiss Laufräder nicht geschont und bin bewusst einige schlechte Straßen gefahren. Trotz Kuhlen, Steinen, Kies und Sand haben die Laufräder ihre Aufgabe weiterhin gut erfüllt. Die Stabilität und die Fähigkeit, Stöße abzufangen, haben dafür gesorgt, dass ich selbst auf Straßen, die ich normalerweise verabscheue, noch gut fahren konnte.

Überall neue Bestzeiten

Auch bei Anstiegen habe ich all meine Bestzeiten auf Strava unterboten. Aber der Unterschied war bergauf nicht so beeindruckend wie im Flachen oder bei Abfahrten. Aber wenn es nicht allzu steil hoch ging, habe ich sehr gute neue Bestzeiten erreichen können.

Das ist unter anderem dem auch bei hohen Geschwindigkeiten stabilen Fahrgefühl zu danken. Dadurch kann man mit mehr Vertrauen und damit auch schneller durch eine Kurve fahren. Und das hat in meinem Fall für deutliche Zeitverbesserungen gesorgt.

Eine halbe Stunde mit einem Taschenrechner und Strava nebeneinander sorgte für mehr Deutlichkeit. Bergauf waren meine Leistungen etwa 5% besser, bergab und in der Ebene sogar etwa 8%.

Beachtliche Unterschiede. Ich muss aber dazusagen, dass die Gesamtsituation auch ideal war. Zunächst hatte ich auch gerade erst ein neues Rennrad, mein Giant Defy Advanced 1 – ein Gegensatz zu meinem alten Harrier, auf dem ich meine Bestzeiten gefahren bin.

Außerdem war ich noch nie so fit. Das macht auch noch einen Unterschied. Und auch das Wetter spielte mit: ich habe wirklich keinen einzigen Tropfen Regen gesehen.

DT Swiss ERC 1100 Dicut sorgen für den Unterschied

Die Laufräder von DT Swiss komplettierten für mich mein Rad, und das habe ich auch auf Strava gemerkt. Aber Ergebnisse auf Strava sagen nicht alles. Das Fahrgefühl dieser Laufräder spielte auch eine große Rolle.

Ich habe einige längere Touren mit über 150km gemacht. Dabei habe ich deutlich gemerkt, dass ich in der Gruppe öfter und länger vorne fahren konnte. Sogar nachdem ich wieder zuhause war, merkte ich die Vorteile noch, denn ich war fühlbar weniger erschöpft.

Auch bei Zwischenstopps zogen die Laufräder die Blicke auf sich. Trotz des zurückhaltenden Looks fiel vor allem den ehrgeizigen Rennradfahrern auf, dass da etwas Besonderes an meinem Rad war.

Zusammenfassung DT Swiss ERC 1100 Dicut Review

Ich bin insgesamt in einigen Wochen 1200km mit den DT Swiss Rennrad-Laufrädern gefahren. Etwa 600km davon waren mit den Continental Grand Prix 2000 SII und die anderen 600km mit den Hutchison Tubeless (Diese Review folgt noch). Das Felgenband für Tubeless Reifen wird übrigens einfach mit den Laufrädern mitgeliefert.

Ich habe die kurze Fahrt von 25km zur Arbeit abgewechselt mit Touren von bis zu fast 200km. Ob ich jetzt bewusst schnell fahren wollte oder nicht, manchmal hatte ich wirklich den Eindruck zu fliegen, vor allem bei Gegenwind.

Und wenn ich dann mal an einer Ampel oder einem Biergarten stillstand, zogen die Laufräder die Blicke aller anwesenden Rennradfahrer auf sich. Schließlich war jeder der Meinung, dass sie sehr schön aussehen.

Aber genau wie mich hat der Preis den ein oder anderen doch ein wenig erschrocken. Es sind traumhafte Laufräder, aber für viele wird es auch bei einem Traum bleiben. Aber wenn ich das Geld hätte, würde ich nicht zweifeln. Die DT Swiss ERC 1100 Dicut sind wirklich hervorragende Laufräder, die das Rennradfahren noch schöner machen, als es schon ist.

Noch keine Scheibenbremsen?

Natürlich hat noch nicht jeder ein Rennrad mit Scheibenbremsen. Zum Glück hat DT Swiss für diese Gruppe noch vergleichbare Laufräder für Felgenbremsen im Angebot, und zwar die DT Swiss RRC 65 Dicut.

Mit 65mm Felgenhöhe sind diese etwas höher als die Disc-Version, aber ansonsten der gleiche Laufradsatz. Meine Kollegen Martin und Niels haben sich geopfert, um diese Laufräder zu testen.

Martin über die DT Swiss RRC 65 Dicut

Alles, was die ERC 1100 Dicut DB zu einem so guten Laufradsatz macht, gilt auch für die höhere Felgenbremsen-Version, die DT Swiss RRC 65 Dicut. Auch dieser Laufradsatz ist Tubeless Ready, sieht toll aus und hat einen geringen Leerweg.

Was bei dieser Version schnell auffällt, ist, dass das Bremsen für ein Carbonlaufrad sehr gut funktioniert. Durch die hohe Felge hat man einen fühlbar großen aerodynamischen Vorteil. Es fiel mir auch auf, dass die Laufräder nicht so windanfällig sind, wie man – gerade bei der doch recht großen Felgenhöhe von 65mm – vielleicht erwartet.

Einfach hohes Tempo

Auf meinem Rennrad merkte ich, dass es wirklich sehr schnelle Laufräder sind. Selbst bei ruhigen Fahrten fuhr ich auf einmal einen 30er Schnitt. Als ich die Laufräder einen Monat später in meinem Winterrad nutzte, merkte ich, dass auch dieses Rad auf einmal besser zu fahren war.

Der schwarze “Stealth” Look der Laufräder gefällt mir sehr. Man muss es mögen, so ganz in schwarz. Mein Winterrad sah mit diesen Laufrädern auf jeden Fall sehr viel schöner aus!

Niels über die DT Swiss RRC 65 Dicut

Ich habe selbst die Edco Gesero 65mm; in meinen Augen einer der besten Laufradsätze dieser Höhe. Daher sicherlich auch ein guter Vergleich für die DT Swiss RRC 65 Dicut.

In den Dicut Laufrädern sind keramische Industrielager verbaut, ähnlich einer DT Swiss 180 Nabe, leicht und qualitativ sehr hochwertig. Diese Laufräder gehören zu den steifsten Laufrädern, mit denen ich je gefahren bin.

Die Speichenspannung fühlt sich gut an, und beim Antreten bleiben die Felgen schön zentriert. Die Straight Pull Speichen zusammen mit dem geringen Leerweg sorgen für ein sehr direktes Fahrgefühl.

Wenn es auf Aerodynamik ankommt, sind diese Laufräder nicht sehr windanfällig für Felgen mit dieser Höhe. Sie machen es dir vor allem leichter, die Geschwindigkeit zu halten. Die Bremskraft ist überdurchschnittlich, sowohl bei trockenem als auch bei nassem Wetter. Und letzteres lässt schon mal zu wünschen übrig…

Zu guter Letzt sehen diese Laufräder in so gut wie jedem Rennrad einfach toll aus. Die DT Swiss RRC 65 Dicut haben mich also positiv überrascht.

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Olle Vastbinder

Olle Vastbinder

Fast jeden Tag bin ich irgendwo auf dem Rad zu finden. An Arbeitstagen fahre ich bei Wind und Wetter von Nijmegen zum Mantel-Büro in Arnheim und zurück. Oft auf dem Rennrad, aber im Winter mit meinem guten alten Crosser. Auch am Wochenende sitze ich auf dem Rad. Dann spule ich mit dem Rennrad oder Mountainbike Kilometer ab. Das Schöne ist, dass ich als Blogger (und Copywriter SEO) oft die neuesten Gadgets für eine Review bekomme. Ideal, oder? Siehst du mich draußen nicht? Dann kann ich mich wahrscheinlich drinnen nicht von Zwift losreißen. Und das alles kann ich Arbeit nennen!

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