Die neuen Pirelli P-Zero Race TLR RS Tubeless-Reifen auf dem Rennrad testen (2024)
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Die neuen Pirelli P-Zero Race TLR RS Tubeless-Reifen auf dem Rennrad testen (2024)

14 Mai 2024

Auf dem Mountainbike und dem Gravelbike war Tubeless für mich schon der Standard, aber auf dem Rennrad hatte ich Tubeless noch nicht erlebt. Als ich dann die Chance bekam, einen Satz der superschnellen Pirelli P-Zero Race TLR RS Tubeless-Reifen zu testen, war die Hemmschwelle natürlich völlig weg. Nach 1100 km, 10.000 Höhenmetern, 2 Gran Fondos und 12 Stunden Radfahren im Regen konnte ich mein Urteil fällen. 

De nieuwe Pirelli P-Zero TLR RS racefiets buitenbanden
Pirellis auf meinen Ubique G42C Felgen, ideale Passform zwischen der 30mm breiten Felge und dem 28mm breiten Reifen

Ist die Montage so schnell wie der Reifen selbst? 

Als die Reifen auf meinem Schreibtisch lagen, konnte ich es kaum erwarten, sie zu montieren. Meine Erfahrungen mit Tubeless-Reifen waren sehr unterschiedlich. Bei meinem Mountainbike war es eigentlich immer einfach, sie zu montieren, aber bei meinem Crossbike musste ich manchmal hoffen, dass der Reifen richtig in die Felge springt. Wie sollte es mit den Pirelli P-Zero Race TLR RS sein?

Beim Herausnehmen der Reifen aus der Verpackung fiel die Form des Reifenwulstes sofort auf. Der Wulst ist die Verbindung zwischen Reifen und Felge. Traditionell ist er rund, aber beim neuen P-Zero Race TLR RS ist er eher eckig. Das soll eine perfekte Abdichtung und einen besseren Halt zwischen Felge und Reifen gewährleisten. Auffällig ist auch, dass die Reifen für schlauchlose Rennradreifen sehr leicht sind. Das liegt zum Teil an der „speedCORE“-Technologie. Dabei handelt es sich um eine dünne, luftdichte Gummischicht, die eine leichte, aber dennoch luftdichte Karkasse ermöglicht.

Ich war bereits daran gewöhnt, dass meine Ubique G42C Laufräder mit den meisten Tubeless-Reifen eng anliegen, also hatte ich viel Zeit für die Montage eingeplant. Diese Pirellis saßen auch sehr eng auf der Felge, die Montage war ziemlich viel Arbeit. Zum Glück hatte unser Fotograf noch einen Reifenhelfer, mit dem die Montage dann doch recht schnell ging. Später musste ich den Reifen noch mal von der Felge nehmen, da war das Aufziehen schon viel einfacher und ohne Reifenhelfer möglich.

Montage van de nieuwe Pirelli P-Zero TLR RS racefiets buitenbanden
Zum Glück war auch dieser Reifen mit ein wenig Hilfe relativ leicht auf der Felge

Nachdem der Reifen auf der Felge war, kam der große Moment: Wird der Reifen richtig in die Felge springen? Und ja, mit einer normalen Standpumpe war das im Handumdrehen erledigt. Dann musste nur noch Dichtmittel durch das Ventil gespritzt werden und meine Räder waren mit Tubeless-Reifen bestückt!

Pirelli P-Zero Race TLR RS
Es macht mich immer sehr glücklich, wenn Tubeless-Reifen mit einer Standpumpe einfach in die Felge „ploppen“.

Die Statistiken

Der Pirelli P-Zero Race TLR RS ist eine Weiterentwicklung des P-Zero Race TLR, ein Reifen, der 2020 in unser Sortiment aufgenommen wurde. In dieser Zeit hat er sich stets als solider Reifen mit guten Handlingeigenschaften erwiesen. Dennoch gab es instinktiv noch Raum für Verbesserungen in Bezug auf die Leistung. Das ist die Idee hinter dem P-Zero TLR RS. So ist dieser Reifen 8 % leichter und hat einen um 16 % geringeren Rollwiderstand als der bereits gute P-Zero TLR. Außerdem wurde die SmartEVO-Gummimischung weiterentwickelt, um eine noch bessere Leistung unter verschiedenen Bedingungen zu erzielen.

Pirelli P Zero Race TLR RS

72,35 €

Die Praxis

Am Wochenende, nachdem die Reifen montiert waren, ging es gleich auf die große Tour! Und zwar die Amstel Gold Race Tour in den Niederlanden. Gemeinsam mit Kollegen wollten wir die 120 Kilometer lange Strecke bewältigen. Ein schöner Tag durch das Limburger Hügelland lag vor uns. Was mir sofort auffiel, war, wie geschmeidig und komfortabel die Reifen waren. Ich selbst hatte die 28-mm-Version auf einer Felge mit 21 mm Maulweite montiert. Ich fuhr den Hinterreifen mit 5,8 bar und den Vorderreifen mit 5,4 bar, ich wiege 81 kg und es funktionierte perfekt für mich. Die Reifen liefen perfekt über die Unebenheiten. Die Klinker auf dem Maasberg waren immer noch zu spüren, aber ich hatte das Gefühl, dass ich im Vergleich zu meinen alten Reifen etwas an Komfort gewonnen hatte.

Pirelli P-Zero Race TLR RS
Die Reifen bei der Amstel Gold Race Tour in den Limburger Hügeln zu testen, ist sicherlich keine Strafe.

Nach 120 Kilometern bemerkte ich im Ziel, dass ich mir unterwegs ein Loch im Reifen zugezogen hatte. Das Dichtmittel hatte es zwar perfekt abgedichtet, aber es gab einen kleinen Schnitt im Reifen. Das ist das Tolle am schlauchlosen Fahren. Wäre ich mit Schlauch gefahren, wäre ich sicher am Straßenrand gelandet.

Pirelli P-Zero Race TLR RS
Das Foto hat leider den falschen Fokus, aber außer etwas Dichtmilch an der Sattelstütze habe ich zum Glück nicht viel von dem Loch bemerkt.

Reifengrip 

Nach dem Amstel Gold Race war geplant, mit Freunden in den sonnigen Süden zu fahren, um am Gran Fondo Perpignan teilzunehmen und eine Woche in Girona zu trainieren. Südfrankreich und das schöne Spanien sollten gutes Wetter garantieren. Leider war das Gegenteil der Fall. Eine Woche Regen war angesagt, ein guter Test für die Reifen, aber weniger gut für die Moral.

Am Samstag, den 27. April war es soweit: Gran Fondo Perpignan. 192 km mit 2700 Höhenmetern standen auf dem Programm. Als wir um 7 Uhr startbereit waren, hingen schon dunkle Wolken über uns. Es sollte ein harter Tag werden! Zum Glück blieben die ersten 3 Stunden trocken, doch dann war der Spaß leider vorbei. Heftige Regenschauer kombiniert mit Windstärke 5 bildeten das perfekte Testszenario für den Pirelli P-Zero Race TLR RS. Der Regen hinterließ eine dicke Wasserschicht auf dem Asphalt. Glücklicherweise behielten die Reifen ihren Grip sowohl beim Einlenken in die Kurven als auch beim harten Bremsen. Die verbesserte „SmartEVO“-Mischung, die wir von früheren Pirelli-Reifen kennen, hat sich in diesen Szenarien auf jeden Fall bewährt. Leider erwies sich die von mir gewählte Kleidung als weniger regenfest als die Reifen, sodass nach 160 km der Spaß vorbei war.

Das Fazit

Meine ersten Erfahrungen mit den neuen Pirelli P-Zero TLR RS Tubeless-Rennradreifen sind sehr gut. Die Fahrqualität ist extrem gut, ich stelle fest, dass sich der Reifen geschmeidiger fährt als ein vergleichbarer Reifen mit Schlauch. Die Pirelli-Reifen geben auch extrem viel Vertrauen bei den verschiedenen Bedingungen, die ich gefahren bin. Sowohl auf nassen Straßen als auch auf schlechten Straßen und Pflastersteinen zeigen die Reifen eine sehr gute Leistung und ich habe nicht einen Moment am Grip gezweifelt.

Pirelli P-Zero Race TLR RS
Reifen im Einsatz beim Gran Fondo Aachen, hier auf dem schönen Kopfsteinpflaster im Zentrum von Aachen.

Hat der neue Pirelli P-Zero TLR RS überhaupt keine Schwächen? Natürlich gibt es immer etwas, und leider hat sich bei der Erkundung des Gran Fondo in Perpignan das Loch von der Amstel Gold Race Tour wieder geöffnet. Leider hatte ich kein Stopfenset dabei und habe dann einen Schlauch montiert.

Nun muss ich sagen, dass mir die Leistung eines Reifens wichtiger ist als eine lange Lebensdauer oder eine hohe Pannensicherheit. Der neue P-Zero TLR RS ist also perfekt für Fahrer, die maximale Leistung suchen. Bist du eher auf der Suche nach einem Reifen mit langer Lebensdauer oder extrem hoher Pannensicherheit? Dann ist dieser Reifen vielleicht nicht der richtige für dich.

Pirelli P Zero Race TLR RS

72,35 €

Für den Fall, dass dir die Erfahrungen eines durchschnittlichen Rennradfahrers (wie ich einer bin) mit den Reifen nicht ausreichen, hier ein paar Erfolge der Lidl-Trek-Profis in diesem Frühjahr:

  • 1e Gent-Wevelgem, Männer

  • 2e Strade Bianchem, Männer und Frauen

  • 1e Flandern-Rundfahrt, Frauen

  • 2 Etappensiege Tirreno-Adriatico, Männer

  • 1 Etappensieg Paris-Niza, Männer

  • 1e Trofeo Alfreda Binda, Frauen

Schau dir alle Pirelli Rennradreifen an

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Mark Jansen

Mark Jansen

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